PROJEKTBESCHREIBUNG

Über „H2 Backbone WAG + Penta-West“

Das Projekt „H2 Backbone WAG + Penta-West“ schafft grenzüberschreitende Wasserstofftransportmöglichkeiten zwischen der Slowakei und Österreich sowie zwischen Österreich und Deutschland im Ausmaß von 150 GWh/Tag. Dabei kann der Wasserstoff in beide Richtungen geleitet werden. Gemeinsam mit anderen Initiativen entsteht somit ein neues Rückgrat für die europäische und österreichische Wasserstoffversorgung. Ziel ist es, Regionen mit großem Potential zur Wasserstoffproduktion mit Regionen hoher Nachfrage zu verbinden und diese Energie der Zukunft der europäischen Industrie und Wirtschaft in ausreichender und leistbarer Form zur Verfügung zu stellen.

Im Rahmen des Projekts soll die West-Austria-Gasleitung (WAG) sowie die Leitung Penta-West (PW) durch einen Parallelstrang zum Transport von Wasserstoff ergänzt werden. Dabei werden über 200 Kilometer neue Leitung errichtet sowie 140 Kilometer des bestehenden Leitungssystem umgerüstet. Die WAG verläuft von der slowakisch-österreichischen Grenze durch Niederösterreich und Oberösterreich zur österreichisch-deutschen Grenze. Die Penta-West zweigt bei Neustift/Oberkappel in Oberösterreich von der WAG ab und führt zum österreichisch-deutschen Grenzpunkt Überackern.

Mehrwert von „H2 Backbone WAG + Penta-West“

Aufbau der West-Austria-Gasleitung (WAG) und Penta West-Leitung (PW) zum Transport von Wasserstoff

Aufbau der Wasserstoff-Infrastruktur

Mit dem geplanten Um- und Ausbau der Infrastruktur ist es künftig möglich, Wasserstoff aus unterschiedlichen Quellen zu beziehen. So könnten Industriecluster in Österreich, wie die Steiermark, der Großraum Wien und der Großraum Linz aber auch umliegende Regionen – vor allem das Chem-Delta Burghausen und das Cluster Inglostadt in Bayern – mit Wasserstoff aus Regionen wie Nordafrika, Ukraine, Rumänien oder Kroatien versorgt werden.

Versorgungssicherheit und Dekarbonisierung des Energiesystems

Der Einsatz von Wasserstoff als klimaneutraler Energielieferant ist eine wichtige Maßnahme, um die Klimaziele der Europäischen Union und ihrer Mitgliedstaaten zu erreichen. Darüber hinaus wird Wasserstoff für die Versorgungssicherheit von Wirtschaft und Industrie künftig eine wesentliche Rolle spielen. Durch den geplanten Ausbau der Wasserstoff-Infrastruktur unterstützt das Projekt „H2 Backbone WAG + Penta-West“ maßgeblich die Versorgung der österreichischen Industrie, deren Bedarf an Wasserstoff kontinuierlich steigt. Wie eine aktuelle Umfrage von Austrian Gas Grid Management (AGGM) zeigt, gibt es in der österreichischen Industrie eine große Nachfrage nach Wasserstoff. Hierzulande schätzen Unternehmen ihren Bedarf bis 2030 auf 12 Terawattstunden (TWh) und bis 2040 auf 47 TWh Wasserstoff. Auch Deutschland hat einen kontinuierlich steigenden Bedarf an klimaneutralen Wasserstoff im Bereich der Industrie. Diese könnte in Zukunft ebenfalls durch die neu geschaffenen Transportmöglichkeiten des Projekts „H2 Backbone WAG + Penta-West“ über Österreich mit Wasserstoff versorgt werden. Dadurch ergibt sich ein großes Potential für die Dekarbonisierung der Industrie und zur Einsparung von CO2, in Österreich aber auch in allen anderen Ländern entlang der jeweiligen Transportroute. Damit leistet das Projekt einen wesentlichen Beitrag zur Erreichung der österreichischen und europäischen Klimaziele. Darüber hinaus wird durch die Diversifizierung der Quellen die Versorgungssicherheit erhöht – auch durch die Anbindung an Speicheranlagen.

"PCI" - ein Projekt von öffentlichem Interesse

„H2 Backbone WAG + Penta-West“ wurde als „Projekt von öffentlichem Interesse“ („Project of Common Interest“/ PCI) bei der Europäischen Kommission eingereicht und im November 2023 in die sechste Unionsliste der PCI als Teil des “Wasserstoffkorridor Italien – Österreich – Deutschland” aufgenommen. Mit dem Eintrag in das Amtsblatt der Europäischen Union im April 2024 wurde die Aufnahme und somit der PCI-Status bestätigt. Dadurch stehen beschleunigte Genehmigungs- und Umsetzungsverfahren sowie mögliche europäische Förderungen in Aussicht. Das Projekt erfüllt die europäischen Kriterien der Nachhaltigkeit, Marktintegration, des Wettbewerbs und der Versorgungssicherheit. Darüber hinaus findet das Vorhaben breite Unterstützung innerhalb der österreichischen Politik, etwa durch das Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie sowie Interessensvertretungen aus Industrie und Wirtschaft. Aber auch zahlreiche namhafte österreichische Unternehmen sowie Industriebetriebe entlang der gesamten Wasserstoffwertschöpfungskette von Nordafrika bis Bayern unterstützen das Projekt.

Europäischer Schulterschluss

Damit die europäische Wirtschaft und Industrie zukünftig mit der notwendigen Menge an Wasserstoff versorgt werden kann, braucht es einen europäischen Schulterschluss und gemeinsames, koordiniertes Vorgehen. Das Projekt „H2 Backbone WAG + Penta-West“ ist Teil der europaweiten Initiative REPowerEU, die es vorsieht, den europäischen Import von Wasserstoff über drei große Korridore zu ermöglichen: Über das Mittelmeer, die Nordsee und – sobald es die Umstände zulassen – die Ukraine. Als Teil dieser Initiative kann der „H2 Backbone WAG + Penta-West“ in Verbindung mit anderen geplanten Infrastrukturprojekten zwei der drei Wasserstoffimportrouten, etwa über den „SoutH2Corridor“ oder über „H2EU + Store“ abbilden, welche maßgeblich zur europäischen Wasserstoffversorgung beitragen. Das Projekt wird daher eng mit den benachbarten Netzbetreibern koordiniert, um künftig einen gesicherten Wasserstofftransport zu gewährleisten.

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